Reformen ja – aber nicht ohne die dringendsten Hausaufgaben zu erledigen

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Villach – Zu den jüngst präsentierten Plänen von Neos-Bundesminister Wiederkehr, die Volksschule künftig auf sechs Jahre auszudehnen, nimmt Villachs Bildungsreferentin und Vizebürgermeisterin Sarah Katholnig Stellung:

„Der Bildungsbereich braucht Reformen – das ist unbestritten. Aber ein System umzubauen, bevor man die dringendsten Hausaufgaben erledigt hat, wird nichts retten. Im Gegenteil: Es verschärft bestehende Probleme.“

 

Katholnig verweist auf jene Herausforderungen, die Schulen und Gemeinden bereits jetzt massiv belasten: „Während über große Strukturreformen diskutiert wird, werden gleichzeitig laufend Mittel gekürzt. In der schulischen Nachmittagsbetreuung wurde die Gruppenförderung des Bundes von 9.000 Euro auf 1.000 Euro pro Gruppe reduziert. Und es gibt viele weitere Beispiele“.

 

Die Vizebürgermeisterin betont, dass Schulen Unterstützung brauchen, bevor man neue Modelle einführt: „Wir reden über sechs Jahre Volksschule – aber was ist mit den Ressourcen, die Schulen heute schon fehlen? Was ist mit den Pädagoginnen und Pädagogen, die am Limit arbeiten? Was ist mit den Kindern, die den besten Start ins Lernen verdienen?“

 

Auch die praktische Umsetzung sei völlig ungeklärt:

„Wie soll man sechs Jahrgänge in Gebäuden unterbringen, die für vier konzipiert wurden? Sollen Kinder zwei Jahre Volksschule in irgendeiner Mittelschule absolvieren? Das ist kein Konzept – das ist ein Überschriftenprogramm ohne Antworten.“

 

Katholnig fordert daher einen ernsthaften, faktenbasierten Diskurs:

„Wer echte Verbesserungen will, muss zuerst die Realität an den Schulen anerkennen. Wir brauchen Investitionen, Personal, Raum und Planungssicherheit. Nur mit Schlagzeilen wird man kein einziges Problem lösen.“